Erster ETF-Turnfestsieg in der 151-jährigen Vereinsgeschichte
Der TV Huttwil stand an beiden Wochenenden am Eidgenössischen Turnfest 2025 in Lausanne im Einsatz. Neben ganz vielen schönen Erlebnissen während den Hitzetagen von Lausanne konnten auch einige sportliche Erfolge und sogar ein Turnfestsieg gefeiert werden. Stefan Leuenberger konnte den Turnwettkampf 35+ für sich entscheiden. Es ist der erste Sieg an einem «Eidgenössischen» der Vereinsgeschichte.
Der Turnverein Huttwil war an beiden Wochenenden am «Eidgenössischen» in Lausanne vertreten. Es herrschte Hitzewetter. Eine Abkühlung war aber im direkt an das Festgelände grenzenden Genfersee jederzeit möglich. Am ersten Turnfest-Wochenende standen die Einzelwettkämpfe auf dem Programm. 13 Turnerinnen und Turner aus Huttwil waren angemeldet. Wegen Verletzungen und wegen anderen Gründen stellte sich am Ende aber nur gerade ein TVH-Trio dem Wettmessen. Und auch am ETF blieb das Pech dem TVH-Einzelteam hold. Leichtathletik-Vierkämpferin Corine Schürch verletzte sich bereits bei der ersten Disziplin, dem Sprint über 100 m. Die Madiswilerin musste den Wettkampf abbrechen. Im Leichtathletik-Sechskampf der Turner finishte Thomas Brand. Der 1994 geborene Aktivturner holte die meistens Punkte im Hochsprung (1,60 m). Schliesslich reichte es zum 542. Rang. Ebenfalls im Einsatz stand das Unihockey-Teammitglied von «on fire», Michael Tanner. «Miraculix» startete für seinen Stammverein TV Bärau. Aber zugleich ist er auch Mitglied beim TV Huttwil. Der 1984 geborene Lehrer überzeugte im Turnwettkampf 35+ mit einem starken Auftritt in allen drei Disziplinen. Im Kugelstossen 5 kg konnte sich Tanner mit 12,54 m sogar die blanke Note 10,00 schreiben lassen. Mit einem Total von 29,03 Punkten konnte er sich im 29. Rang eine der begehrten Auszeichnungen sichern.
Erster ETF-Sieg der Vereinsgeschichte
Mit grossen Ambitionen reiste Wettkampfroutinier Stefan Leuenberger nach Lausanne. Trotz grossen Rückenproblemen über Pfingsten war «Stifu» fokussiert. Er reiste bereits am Vortag an, übernachtete in einem «Airbnb»-Zimmer nur 500 m vom Stadion Vidy entfernt. Mit einer minutiösen Vorbereitung tat «Papa» alles dafür, um sein grosses Ziel beim siebten Start an einem «Eidgenössischen» endlich zu realisieren. Trotz schwierigsten Verhältnissen (grosse Hitze, heikle Wettkampfanlagen beim Basketball und beim Unihockey, Wettkampfbeginn mit dem 800-m-Lauf am frühen Vormittag) blieb Leuenberger am Freitag, 13. Juni, mental stark. Mit dem Maximum von 30,00 Punkten durfte sich Stefan Leuenberger im 408-köpfigen Turnwettkampf 35+ als Sieger feiern lassen. Sein 31. Turnfestsieg ist zugleich sein bislang grösster Turnsport-Erfolg, weil einzig der ETF-Gewinn im Palmarès noch fehlte. Und auch für den Turnverein Huttwil war es eine Premiere. Noch nie in der 151-jährigen Vereinsgeschichte hat der TV Huttwil einen Eidgenössischen Turnfestsieg geschafft. Am zweiten Turnfestwochenende durfte Stefan Leuenberger in einer feierlichen Zeremonie auf dem Place de la Navigation direkt am See die ETF-Goldmedaille in Empfang nehmen. Er wurde von seinem langjährigen TVH-Wegbegleiter und Wettkampfbuddy Marcel Jörg mit der Vereinsfahne begleitet.
Spitzennote für das Fachtest-Unihockey-Sextett
Am zweiten Turnfest-Wochenende standen die Vereinswettkämpfe auf dem Programm. Der weitgereiste TV Huttwil hatte das Glück, mit beiden Altersstufen am Samstag, 21. Juni, antreten zu können. Im dreiteiligen Vereinswettkampf der Aktiven konnte in der Disziplin Fachtest Unihockey eine absolute Spitzennote erzielt werden. Praktisch ohne Trainings aber mit viel Routine und der Einstellung, auf den Punkt parat zu sein, lieferten Nicole Flückiger, Stefan Gerber, Thomas Brand, Christian Vetter, Youcef Ait Salem und Stefan Leuenberger in den beiden Aufgaben die Traumnote 9,92 ab. Notentechnisch ziemlich tiefer bewertet wurden die restlichen fünf Disziplinen, welche der TV Huttwil für seinen Vereinswettkampf aus dem grossen Turnangebot gewählt hatte. Das Kugelstossen-Quintett (Nadine Hodel, Mirjam Ruch, Corine Schürch, Stefan Gerber, Youcef Ait Salem) erreichte die Note 8,15. Stefan Gerber (10,72 m) und Nadine Hodel (9,24 m) erzielten die Bestweiten. Die Pendelstafette (Nicole Flückiger, Mirjam Ruch, Corine Schürch, Nadine Hodel, Youcef Ait Salem, Thomas Brand, Adrian Leuenberger, Christian Vetter) durfte sich die minim bessere Note 8,17 schreiben lassen. Das Sextett vom Fachtest Allround (Nicole Flückiger, Christa Leuenberger, Thomas Brand, Andreas Ramseier, Joel Schmid, Christian Vetter) erreichte auf dem staubigen Vidy-Acker die Note 7,72. Etwas bittere Benotungen erhielten mit der Geräteriege an den Schaukelringen (Laura Graber, Joshua Gatschet, Kevin Heiniger, Lea Heiniger, Amélie Kaufmann, Sophie Kaufmann, Janina Lanz, Noelia Mathys, Andrina Röthlisberger, Jennifer Schneider, Tirza Schneider, Migela Shkoretti, Melanie Zulauf, Nadine Zulauf) sowie dem Fachtest Volleyball (Christa Burkhardt, Nina Fiechter, Christa Leuenberger, Regula Rathgeb, Fabienne Zulliger, Joel Schmid) zwei TVH-Formationen, welche ziemlich viel Traininigsschweiss ins Projekt ETF investiert hatten. Die Belohnung - jedenfalls, was die Notengebung betraf - blieb bedauerlicherweise aus. Beide Equipen erzielten mit 7,47 Punkten die exakt gleiche Note. Am Eidgennössischen Turnfest 2025 in Lausanne gab es nur noch drei Divisonen (ehemals Stärkeklassen). Huttwils Aktive wurden in die dritte Division (6 bis 15 Turnende) eingeteilt. Massgebend für diese Einteilung war die durchschnittliche Anzahl der Mitturnenden pro Wettkampfteil. Turnfestsieger wurde die Gymnastik-Gruppe Kreuzlingen, die mit drei verschiedenen Gymnastiken das Total von 29,55 Punkten erzielte. Von 329 klassierten Vereinen erreichte der TV Huttwil mit einem Total von 25,51 Punkten den 98. Rang. Mit dem ETF ging auch die Amtszeit von TK-Chef Christian Vetter zu Ende. Er hatte für den Grossanlass noch einmal die organisatorischen Belangen übernommen.
25. Rang für die Frauen/Männer
Die 25 Frauen/Männer (Urs Flückiger, Gabriela Jost, Thomas Schenk, Silvia Schwantag, Regula Rathgeb, Susanna Schärer, Marcel Scheidegger, Stefan Tritschler, Franziska Fries, Stefan Fries, Janine Schärer, Stefanie Uhlmann, Eva Baumgartner, Beat Graber, René Hofer, Christine Zürcher, Eric Franz, Andrea Nyffenegger, Dagmar Franz, Hans Jost, Stephan Sägesser, Monique Donatsch, Barbara Ruch, Andreas Ramseier, Daniela Scherrer) starteten traditionell mit dem Fit+Fun-Programm. Die Erinnerungen an das letzte «Eidgenössische» 2019 in Aarau waren allgegenwärtig. Damals verzückte die Truppe des Turnvereins Huttwil mit der gewaltigen Endnote 29,66 und dem Bronzeplatz in der 2. Stärkeklasse. Anno 2025 wurde der TV Huttwil in die zweite Division (16 bis 29 Turnende) eingeteilt. Die Truppe von Regula Rathgeb glänzte vor allem in den beiden Disziplinen Fussball-Stafettenstab und Brett-Ball, wo die ausgezeichnete Note 9,95 erzielt wurde. Nicht ganz so brillant liefen die beiden anderen Fit+Fun-Wettkampfteile. Im Unihockey im Team und 8-er Ball wurde die Note 9,18 geschrieben. Beim Street Racket und Moosgummi-Gymnastikstab gab es die Note 9,25. Mit der Gesamtnote 28,38 konnte der TV Huttwil von 107 Vereinen den guten 25. Rang belegen. Damit lieferten die Frauen/Männer (35 Jahre und älter) einmal mehr ein starkes ETF ab.
Sieg im Unterhosen-Rennen
Nach dem sportlichen Einsatz stand der Festteil auf dem Programm. Wie üblich an einem «Eidgenössischen» verzettelte sich der Verein etwas, weil die Dimension des Festareals gigantisch war. Und die Verschiebung war nicht ganz so einfach. Die Busse waren stets komplett überfüllt. Ein Grossteil des Turnvereins war auf dem Hauptfestareal unter freiem Himmel oder in der riesigen Festhütte unterwegs, andere besuchten in der Vaudoise Aréna die spektakuläre Show «Gymagine». Unterschiedlich lange und ausgelassen dauerte die Partynacht bei den TVH-Mitgliedern. Um Mitternacht feierte der TV Huttwil dann tatsächlich noch einen zweiten ETF-Turnfestsieg. Einer mit einem Augenzwinkern. Marcel Jörg nahm am ersten der zwei durchgeführten «Unterhosen»-Rennen auf der Avenue de Rhodanie teil. Vor einer Kulisse, wie man sie nur von grossen Openair-Konzerten her kennt, sprintete «Märsu» zum Sieg.